Improvisationen

Wortschätze aus den Workshops

Die Texte auf dieser Seite wurden spontan und intuitiv in den Workshops geschrieben, inspiriert von kreativen Impulsen und Düften. Solche Improvisationen sind wunderbar, um darüber zu philosophieren oder neue Impulse, Gedanken und Textideen daraus zu entwickeln.
Ich danke allen Verfasser*innen von Herzen für ihr Vertrauen.

Die Kunst zu zelebrieren

Schönheit erkennen, sie wahrnehmen, benennen und anderen versuchen, zur Verfügung zu stellen.
Schönheit sehen, spüren, leben lassen. Ach, wie schön ist die Schönheit. Manchmal kann ich es kaum fassen. Die Kunst, Gefühltes in der Kunst zu zelebrieren.
Die Gabe, Wahrgenommenes zu zeigen, ohne zu belehren. Eine Art des Seins, die ich versuche zu ehren.
Ausdruck ist voller Kraft, kraftvoll. Melancholische Momente, gefühlsechte Gefühle und starke Stimmung. Aufgebraustes, Sprudelndes aufs Blatt Papier bringen, dafür bin ich hier. © Julia Spriewald

Ich schreibe mal

„Einfach nur schreiben. Keine große Themen lösen. Alles ist gut. Völlig ungewohnt. Wunderbar. Sich an das Wohlfühlen gewöhnen. Langsam, in meinem Tempo. Auch hier wächst das Gras nicht schneller wenn man daran zieht. Es wächst von alleine, schließlich ist jetzt Frühling und nach dem langen Winterschlaf wächst und blüht es überall. Ich blühe auch auf.“ © Sabine Gierschner

So wohl wie lange nicht

Am Rande des Ortes stand ein prächtiges, altes Stadthaus. Vor ihm lag ein üppiger Rosengarten, der einen herrlichen Duft verströmte. Ein alter Mann stützte die Dornenbüsche während die Vögel ihre Lieder sangen. Auf dem kleinen Balkon der Villa stand eine Frau mittleren Alters, die jetzt ins Haus trat. Sie war gerade dabei gewesen, sich in ihrem opulent eingerichteten Badezimmer ein Schaumbad einzulassen. Sie legte langsam ihren leichten Mantel ab und stieg vorsichtig in das warme, duftende Wasser. Jegliche Anspannung fiel von ihr ab, als das Wasser ihren Körper umschloss. Sie machte die Augen zu und dachte einen Moment an gar nichts. Der intensive Rosenduft aus dem Garten gelangte durch die offene Balkontür langsam ins Bad. Er vermischte sich mit dem Geruch des warmen Schaumbades und die Frau spürte den Duft in ihrer Nase. Leicht, nicht aufdringlich, vollkommen entspannend. Mit ihren geschlossenen Augen lag sie da und fühlte sich glücklich und wohl. So wohl wie lange nicht. © Eileen Wesolowski

Eine Rose erzählt

Ich bin eine von vielen. Ich sehe die anderen, wie schön, begabt und erfolgreich sie sind. Auch die arme Wurst da vorne, die so vor sich hinmickert. Tja, armes Ding. Ich fühle mich nicht wohl, so bedrängt. Ich will fliehen und mache die Augen zu. Und dann träume ich, wie jemand mich in diesem großen Strauß ansieht, seine Nase in meine Blätter schiebt und wie seine Augen strahlen. Dann macht es mir plötzlich nichts mehr aus, dass die anderen da sind. Ich umarme dankbar meine Nachbar-Rose, bin voller Freude und überrascht, dass auch sie mich liebevoll drückt. Dann wache ich auf. Es ist, als wenn ich das erste Mal die Augen öffne und sehe. Ich sehe mich und ich sehe die anderen. Ich bin eine von vielen. Ich bin ich. Schön und begabt sind die anderen. Und ich auch! © Regine Schlesiger

Ein Duft ist wie ein Flaschengeist

Liebe Orange, gerade steigt dein Duft in meine Nase und es ist, als bekäme der Tag in diesem Moment eine neue Farbe. Orange. Orange. Licht. Hell. Ich lasse dieses Licht in meinen Körper gleiten, bis es mich von innen wärmt. Orange. Ein oranger Tag ist wie ein Kindertag – Was machen wir heute? Guck mal, was ist das denn? So etwas habe ich mir schon immer gewünscht … Orange, o wie offen. Offen liegt ein Tag vor uns mit all seinen Möglichkeiten. Danke, liebe Orange.

Doch warum sehe ich eigentlich diese Farbe, wenn es doch dein Geruch ist, der mich gerade in den Bann zieht? Für einen Moment lehne ich mich zurück und rieche. Und ich merke: Dein Duft ist wie ein Flaschengeist: Langsam steigt er empor und wird größer und größer. Nur, dass es eben kein Geist ist, vor dem ich zusammenzucke, vor dem ich zurückschrecke, sondern ein Geist, den ich willkommen heiße und der mich einhüllt wie ein warmes Schaumbad. Dein Duft ist wie eine Verheißung.

Eine Verheißung von Freude, von Glück, von Atem. Orange. O wie Odem. Ein neuer Atem für einen neuen Tag. Vielleicht das, was ich gerade heute brauche? Den Atem fließen lassen wie die Buchstaben auf dem Papier, ohne zu wissen, was noch kommen mag. Welche Wörter mit mir durch diesen Tag wandern, ohne zu wissen, was morgen ist; doch in der Gewissheit, dass du auch morgen noch an mir haftest. Ein wenig schwächer vielleicht. Doch du wirst noch da sein und mir von dem heutigen Tag erzählen, der dann schon wieder hinter uns liegt: Weißt du noch, gestern, als du…?  Und es liegt an mir, deinen Duft in den Garten der Erinnerung zu pflanzen. O wie offen. Orange wie ein Kindertag. Eine Verheißung. Deine Verheißung. Danke, liebe Orange. © Kirsten Schwert

Was andere Menschen von mir denken?

„So wie Du bist, bist Du gut genug. Hör auf zu kämpfen. Wende Dich den Menschen zu, die Dich lieben, achten und ehren für das, was Du tust. Sie werden Dich lieben, für alles, was du tust. Also los, tu es. Es gibt keine Hindernisse mehr. Jetzt ist alles gut. Es liegt in Deiner Hand. Öffne Dich für das Licht und die Liebe, die Du ausstrahlst.“ © Sabine Gierschner

Leichtigkeit im Gepäck

Frei wie ein Vogel, mit Leichtigkeit der Sonne entgegen, unbekümmert, den Augenblick genießen ohne Erwartungen, im Hier und Jetzt. Im Vertrauen sein, dass alles gut ist und sein wird. Das Vertrauen, dass ich geborgen bin, geliebt und beschützt werde. Glück, Liebe Vertrauen, Zuversicht. Alles kommt auf mich zu. © Sabine Gierschner

Fotos: Dina / fotolia.de; pixabay; Samuela Rejschek; Ute Adam; Leon Rejschek