Alltagspoesie. Eigentlich cool, oder?  

Es gibt Wörter, die mächtig verstaubt klingen, mir aber immer wieder aus der Feder flutschen. Oder vielleicht schon in meiner Tastatur eingespeichert sind? Das sind Begriffe wie ‚Seelenruhe‘ oder ‚Schöpferkraft‘.

Weil ich dafür bisher keine besseren gefunden habe, obwohl ich schon so lange im Geschäft bin. Wer coole Synonyme dafür kennt, darf sich gerne melden! Ich freue mich darauf. Bis dahin lade ich alle, die Lust dazu haben, ganz herzlich ein, einmal in aller Seelenruhe kreativ und intuitiv zu schreiben. Denn: ‚Langsam machen‘ fühlt sich gut an, wobei das in unserer digitalen Welt schon ganz schön schnarchig klingt, stimmt’s?

Wer sich im Schneckentempo bewegt (beispielsweise mit der Hand schreibt), läuft Gefahr, als Fossil abgestempelt zu werden. Hin und wieder beschleicht mich die Sorge, ich könnte dazu gezählt werden. Dann lege ich schnell eine Schippe drauf und spute mich. Bis ich feststelle, dass ich mich mal wieder selbst überhole und ratzfatz eine Entspannungs-CD einlege. Wäre doch gelacht, wenn ich den Stress nicht mal eben weg atmen könnte. Klappt auch. Manchmal!

Papier ist geduldig!

Eines hilft mir immer, wenn ich so richtig hochtourig laufe: Ich schnuppere an meinem feinen Berglavendel, schnappe mir Blatt und Bleistift, setze mich an meinen Lieblingsplatz und schreibe drauflos. Alles, was da kommen will: unzensiert, fehlerfroh, verstaubte Worte und ängstliche Gedanken, von denen ich glaubte, ich hätte sie längst – meditativ – überwunden.

Auf dem geduldigen Blatt Papier kann ich mich komplett ausleben und getrost die Hosen runter lassen. Jemandem so richtig die Meinung sagen oder mich aufrichtig entschuldigen, wenn mir dieser Schritt im wahren Leben (noch) nicht gelingt.

Ich kann ganz unspektakulär eine To-do-Liste machen, auf der ich dann mindestens 50 Prozent aller dingenden Erledigungen wieder streiche. Oder ich texte gedankenlosen Blödsinn, der mich spontan zum Lachen bringt und sich vielleicht als brauchbaren Impuls für eine Gute-Laune-Story entpuppt.

Eigentlich – und uneigentlich – ist es völlig egal. Hauptsache, ich schreibe. Nur für mich. Und lasse in aller Seelenruhe meine Schöpferkraft fließen, selbst wenn die in diesem Moment nur für einen Einkaufszettel reicht. Aber vielleicht inspiriert mich ja gerade der zu einem kleinen, feinen Elfchen. Und ich stelle wieder einmal begeistert fest, dass ich mit nur 11 Wörtern pure Alltagspoesie zaubern kann. So leicht darf es gehen:

Butterbrot
fix gemacht
ganz ohne Schnickschnack
auf meinem blanken Teller
Alltagsglück

Mal versuchen? Hier geht’s zur Inspiration!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.