Gedichte

Olfaktorische Streicheleinheiten

 

sinnliches herantasten
von der nase zum gefühl
gedanken schweifen ab in blühende milde gärten

schlendern über schmale wege
begegnungen der sanften düfte

gemächlichkeit entfaltet sich
wohltuendes entspannen

olfaktorische streicheleinheiten

© Ute Adam

Das Lied der Engel

Trinke das Leben,
lebe das Leben,
spüre die Kraft,
die Fülle und die Freude,
tanze in der Vollkommenheit des Seins!

Höre die Musik des Lebens,
schwinge im Rhythmus der Zeit,
singe den Gesang deiner Seele
und werde still
und lausche
dem Lied der Engel.

Bild und Text: © Regine Schlesiger

Blumen der Sonne

Wir sind die Strahlen der Sonne,
das Licht des Mondes bei Nacht.

Wir sind laut und hell,
frei und ungestüm in wunderschöner voller Pracht.

Wir geben uns nicht auf in dunklen Zeiten,
trotzen stürmisch dem Sturm und dem Regen.

Wir sind bunt und leicht,
unbeschwert lachen wir dem Donner entgegen.

Wir singen mit der Nachtigall,
spielen unbeirrt unsere eigene Melodie.

Wir sind vereint und von Liebe erfüllt,
lebendig und freudestrahlend voller Harmonie.

Wir sind wandelbar und elegant,
geben Hoffnung und stehen für uns ein.

Wir sind die Blumen der Sonne,
von ihrer Wärme geküsst stark und rein.

Foto: © S. Ay, Text: © Evin Ay

Du gehst

Klein und hilflos
sitzt du da
auf deinem Platz
mit dem Tintenfass,
deine Lippen
bewegen sich kaum.
Schatten fallen
auf dein Gesicht
über dir
der gelbe Stern.
Pack deine Sachen,
geh nach Hause, Ruth,
sagt sie zu dir.
Du gehst
und fragst nicht
warum,
und wir sehen dich
niemals mehr.

© Inge Müncher

Tut gut!

Ein träger Tag, langsames Denken,
Füße hoch, wir vertreiben die Zeit.
Sitzen, liegen, lamentieren,
dösen, fragen, diskutieren.

Türen öffnen, hinaus laufen
und über uns der freie Himmel –
das tut gut!

Bild und Text: © Regine Schlesiger

Tanz

von tausend Teufelchen
Blitz aus
hundert Sternen
Zauberlächeln
im Blick
verborgene Feuer
lassen mich
tauchen
in tiefblaue Seen
Purpur zu holen
vom Grund

© Gitta Wittschier

Schließe die Lider

lausche
der Kraft
sanfter Klänge
der Melodie
verklungen
geglaubter
Gefühle
Will noch
verweilen
in diesem
Traum
ihn an mich
binden
länger
als einen
Wimpernschlag

Foto: © Conny Wenk, Text: © Gitta Wittschier

Liebe nervt

ich will sie
fangen
zerteilen
stapeln
für’s Feuer
sie flieht
in die
hintersten Winkel
der Sinne

© Gitta Wittschier 

Gedanken

wollen sie
finden
bitten
bewegen
zur Rückkehr
lassen
mich schmoren

© Gitta Wittschier 

schreibselig

Selig träumend
in der Abendröte,
wundersam scheinend.

Worte schwingen melodisch
in der milden Luft,
erwarten den Sichelmond
und den Glanz der Sterne.

Im sanften Rauschen der Bäume
gleiten meine Träume,
Geheimnisse umkreisend,
schreibselig
in ein verklärtes Licht.

© Inge Müncher