Was ist ‚eigentlich‘ sinnvoll?

Ein Perspektivenwechsel mit dem Duft der Tagetes*

„Alles ist richtig und alles kann in deinem Tempo laufen. Du bist so frei und mutig, aber wie viel erfüllter wärst du, wenn du nicht sofort alles bewerten, vergleichen, durchdenken würdest?“

Fühlst du dich nicht wohl mit einer Entscheidung? Dann lasse es bleiben. Fühlst du, dass es falsch ist, jetzt sitzen zu bleiben? Dann stehe auf! Fühlst du dich wohl, wenn du das tust, dann tue es. Lachst du, wenn du daran denkst, dann lasse es geschehen.

Haderst du mit einer Entscheidung? Kannst du sie ändern? Wenn, ja, dann überlege dir die Schritte, die du tun kannst, um sie zu ändern. Kannst du sie nicht ändern? Dann schaue auf all das, was dich dennoch zum Leuchten bringt. Du leuchtest, du begeisterst. Mache dich frei von Analysen und gedanklicher Enge. Schaue, wie schön alles ist. Schaue, wann du schön bist, wann du strahlst. Wenn du Wärme spürst, wenn du innerlich leuchtest, kann es so falsch dann sein? Alles ist richtig, solange es ehrlich ist. Ist dein Lachen ehrlich, sind deine Werte ehrlich, ist deine Liebe ehrlich, ist dein Singen ehrlich, dann zweifle nicht.
Da ist Feuer, du brauchst nicht versuchen, es mit aller Kraft zu löschen. Frage dich, warum es brennt. Schließe die Augen nicht vor Erkenntnissen. 

Erkenne Deine Farben!

Es ist richtig, feige zu sein. Es wird die Zeit kommen, da ist es richtig, mutig zu sein. Leuchtest du, wenn du mutig bist, dann sei es. Du bist wie ich: klar und frei und unbeständig, trotzdem ehrlich. Du liebst die Ehrlichkeit, wieso also die Zeit mit Unehrlichem vergeuden? Du liebst das Lachen, wieso das tun, das dir verbietet, zu lachen? Du liebst die Leidenschaft, du willst Geist und Feuer entfachen, also wende dich ab von der Trägheit, vom Geistlosen, das dich lähmt. Alles ist richtig. Jede Entscheidung war richtig zu ihrer Zeit, weil sie ehrlich war.

Mache dich frei vom Trostlosen. Du kennst dein Leuchten, deine Farben. Du wirst nicht erfüllt sein, solltest du sie ignorieren. Gib ihnen den Raum, gib ihn dir selbst.
Ich werde manchmal da sein, dann werde ich wieder verschwinden. Wie viel freier wärst du, würdest du Deine Gedanken leben lassen! Sie erschüttern dich und sie bedrücken dich, nichts bleibt zurück außer Verwüstung, also lasse sie frei. Nichts, das dir dein Leuchten bringt, ist falsch, nichts ist beschämend. Alles bist du und alles möchte frei sein. Wenn ich da bin, bist du bei mir, wenn ich verschwinde, bist du erfüllt und frei und furchtlos. Ich bin nur eines von vielen deiner Lichter, du aber bist das einzige Leuchten, und habe – wie ich – keine Angst vor deinem Schimmern.

Text Evin Ay

Diese Textimprovisation als Antwort auf die Frage ist durch den Impuls der Tarotkarte ‚Mäßigkeit‘ entstanden, der einen Perspektivenwechsel ermöglichte, begleitet von dem Duft der Tagetes glandulifera. 

Fotos: Evin Ay, Sezgin Ay

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