Wortschätze

Gedankenflüsse aus den Workshops

Alle Texte auf dieser Seite wurden spontan und intuitiv in den Workshops geschrieben, inspiriert von kreativen Impulsen und Düften. Solche Improvisationen sind für die Reflexion relevant, gleichzeitig generieren wir weitere Schreibimpulse daraus. Ich danke den Verfasser*innen  für ihr Vertrauen.

5-Minuten Schreiben. Was bringt das?

Oh wie schön, es geht los. Der Füller darf wieder über das Papier gleiten. Gaby hat den Start eröffnet. Mich willkommen geheißen mit Tee, Leckereien und einer Schreib-Rosen-Serviette. Meine eigene Zeit, die Buchstaben aus der Feder fließen zu lassen.
Welch ein Glück, diese Möglichkeit zu haben, sie mit gleichgesinnten Schreiberinnen zu teilen. Mal sehen, was heute so auf das Papier in die Linien ohne Linien möchte. Zarte Punkte deuten die Linien an, geben Orientierung und gleichzeitig Freiraum. So mag ich es auch außerhalb meines Heftes gerne leben. Frei in der Orientierung und orientiert in der Freiheit, geht doch. (Eva Hoffmann) 

Inspiriert von der Pfefferminze

Einfach machen, trauen, mit dem was du wahrnimmst, ins Leben zu gehen. Spür dich, probiere dich aus.
Such dir Menschen, die auch machen, die sich nicht von ihren Träumen durch Angst abhalten lassen. Leb dein Leben mit gelebten Träumen.
Trau dich, auch etwas noch nicht zu Ende gedachtes ins Leben zu bringen. Verbinde dich mit deinen Ideen, mit deiner Lebendigkeit und teile sie. Nimm Geschenke an und genieße, dass sie dir gegeben werden. (Eva Hoffmann)

Die Rose

Guck mich an, ich habe eine aufrechte, stolze Haltung. Schmückendes Blattwerk im satten Grün.Es gibt auch Stacheln, die mir Respekt bringen und einen vorsichtigen bedachten Umgang erleben lassen.
In meiner Aufrichtung gibt es dann eine Blüte als Krönung, die sich Blatt für Blatt entfaltet und bestenfalls einen wunderbaren Duft ausatmet. Diese Kombination lässt mich zu besonderen Anlässen als Liebesbeweis erstrahlen. Nimm dir ein Beispiel. Es ist alles vorhanden.

Die Rose fühlt sich da wohl, wo sie Beachtung bekommt und mit Liebe und Erstaunen betrachtet wird. Sie möchte nicht ein Gänseblümchen sein müssen, um dazu zu gehören. Sie mag gerne zu vielen Anlässen in ihrer Schönheit beitragen, sie ist gerne mit allen anderen Blumen zusammen, wenn jede ihren, für sie entsprechenden Raum bekommt. Sie mag nicht gerne beliebig zusammen gebunden werden. Sie weiß, dass sie Blatt für Blatt verblüht, sie bleibt eine Rose. (Eva Hoffmann)

Ich schreibe mal

„Einfach nur schreiben. Keine große Themen lösen. Alles ist gut. Völlig ungewohnt. Wunderbar. Sich an das Wohlfühlen gewöhnen. Langsam, in meinem Tempo. Auch hier wächst das Gras nicht schneller wenn man daran zieht. Es wächst von alleine, schließlich ist jetzt Frühling und nach dem langen Winterschlaf wächst und blüht es überall. Ich blühe auch auf.“ (Sabine G.)

gruene-fenster-mit-rosenSo wohl wie lange nicht

Am Rande des Ortes stand ein prächtiges, altes Stadthaus. Vor ihm lag ein üppiger Rosengarten, der einen herrlichen Duft verströmte. Ein alter Mann stützte die Dornenbüsche während die Vögel ihre Lieder sangen. Auf dem kleinen Balkon der Villa stand eine Frau mittleren Alters, die jetzt ins Haus trat. Sie war gerade dabei gewesen, sich in ihrem opulent eingerichteten Badezimmer ein Schaumbad einzulassen. Sie legte langsam ihren leichten Mantel ab und stieg vorsichtig in das warme, duftende Wasser. Jegliche Anspannung fiel von ihr ab, als das Wasser ihren Körper umschloss. Sie machte die Augen zu und dachte einen Moment an gar nichts. Der intensive Rosenduft aus dem Garten gelangte durch die offene Balkontür langsam ins Bad. Er vermischte sich mit dem Geruch des warmen Schaumbades und die Frau spürte den Duft in ihrer Nase. Leicht, nicht aufdringlich, vollkommen entspannend. Mit ihren geschlossenen Augen lag sie da und fühlte sich glücklich und wohl. So wohl wie lange nicht. (Eileen Wesolowski)

Duftende RosenEine Rose erzählt

Ich bin eine von vielen. Ich sehe die anderen, wie schön, begabt und erfolgreich sie sind. Auch die arme Wurst da vorne, die so vor sich hinmickert. Tja, armes Ding. Ich fühle mich nicht wohl, so bedrängt. Ich will fliehen und mache die Augen zu. Und dann träume ich, wie jemand mich in diesem großen Strauß ansieht, seine Nase in meine Blätter schiebt und wie seine Augen strahlen. Dann macht es mir plötzlich nichts mehr aus, dass die anderen da sind. Ich umarme dankbar meine Nachbar-Rose, bin voller Freude und überrascht, dass auch sie mich liebevoll drückt. Dann wache ich auf. Es ist, als wenn ich das erste Mal die Augen öffne und sehe. Ich sehe mich und ich sehe die anderen. Ich bin eine von vielen. Ich bin ich. Schön und begabt sind die anderen. Und ich auch! (Regine Schlesiger)

olfaktorische streicheleinheiten

sinnliches herantasten von der nase zum gefühl
gedanken schweifen ab in blühende milde gärten

schlendern über schmale wege
begegnungen der sanften düfte

gemächlichkeit entfaltet sich
wohltuendes entspannen

olfaktorische streicheleinheiten (Ute Adam)

Fröhlich wie ein Fisch

Fluss, fließen, Klarheit! Ich hüpfe wie die Tropfen des Wassers, wenn ein fröhlicher Fisch einen Sprung wagt. (Marianne Schmidt)

schreibselig-schreiben-mit-der-orangeDein Duft ist wie ein Flaschengeist

Liebe Orange, gerade steigt dein Duft in meine Nase und es ist, als bekäme der Tag in diesem Moment eine neue Farbe. Orange. Orange. Licht. Hell. Ich lasse dieses Licht in meinen Körper gleiten, bis es mich von innen wärmt. Orange. Ein oranger Tag ist wie ein Kindertag – Was machen wir heute? Guck mal, was ist das denn? So etwas habe ich mir schon immer gewünscht … Orange, o wie offen. Offen liegt ein Tag vor uns mit all seinen Möglichkeiten. Danke, liebe Orange.

Doch warum sehe ich eigentlich diese Farbe, wenn es doch dein Geruch ist, der mich gerade in den Bann zieht? Für einen Moment lehne ich mich zurück und rieche. Und ich merke: Dein Duft ist wie ein Flaschengeist: Langsam steigt er empor und wird größer und größer. Nur, dass es eben kein Geist ist, vor dem ich zusammenzucke, vor dem ich zurückschrecke, sondern ein Geist, den ich willkommen heiße und der mich einhüllt wie ein warmes Schaumbad. Dein Duft ist wie eine Verheißung.

Eine Verheißung von Freude, von Glück, von Atem. Orange. O wie Odem. Ein neuer Atem für einen neuen Tag. Vielleicht das, was ich gerade heute brauche? Den Atem fließen lassen wie die Buchstaben auf dem Papier, ohne zu wissen, was noch kommen mag. Welche Wörter mit mir durch diesen Tag wandern, ohne zu wissen, was morgen ist; doch in der Gewissheit, dass du auch morgen noch an mir haftest. Ein wenig schwächer vielleicht. Doch du wirst noch da sein und mir von dem heutigen Tag erzählen, der dann schon wieder hinter uns liegt: Weißt du noch, gestern, als du…?  Und es liegt an mir, deinen Duft in den Garten der Erinnerung zu pflanzen. O wie offen. Orange wie ein Kindertag. Eine Verheißung. Deine Verheißung. Danke, liebe Orange. (Kirsten Schwert)

2016.05.13._Lavendel + RoseWas andere Menschen von mir denken?

„So wie Du bist, bist Du gut genug. Hör auf zu kämpfen. Wende Dich den Menschen zu, die Dich lieben, achten und ehren für das, was Du tust. Sie werden Dich lieben, für alles, was du tust. Also los, tu es. Es gibt keine Hindernisse mehr. Jetzt ist alles gut. Es liegt in Deiner Hand. Öffne Dich für das Licht und die Liebe, die Du ausstrahlst.“ (Sabine Gierschner)

MöweLeichtigkeit im Gepäck

Frei wie ein Vogel, mit Leichtigkeit der Sonne entgegen, unbekümmert, den Augenblick genießen ohne Erwartungen, im Hier und Jetzt. Im Vertrauen sein, dass alles gut ist und sein wird. Das Vertrauen, dass ich geborgen bin, geliebt und beschützt werde. Glück, Liebe Vertrauen, Zuversicht. Alles kommt auf mich zu. (Sabine Gierschner)

Fotos: Ute Adam , Olga Gorodetski, Vanessa Bellusci, G. Rejschek-Wehmeyer, Pixabay