Aromakunde _ die Kunst der Flaschengeister

Die ‘Lebendige Aromakunde‘ basiert auf der Idee der ‚salutogenetischen‘ Anwendung. Daher fragen wir auch im kreativen Schreibprozess stets: Welche ‚Aspekte‘ in unserem Leben können wir jetzt beleuchten und fördern? Was ist gerade jetzt wesentlich?

Nach diesem Gesundheit fördernden Prinzip legen wir den Blick auf unser Potenzial an Talenten und Möglichkeiten, die uns das Leben bietet. Basis der Aromakunde sind die ätherischen Öle, die oft auch „Essenzen“ genannt werden. Gemeint ist damit das Wesentliche der Pflanze – ihr Wesen der Öle, das ich gern als Flaschengeist bezeichne.

Dass viele Öl-Wesen ganz wunderbar duften, ist eine beliebte Nebenerscheinung. Der Duft hat allerdings nichts mit der ‚eigentlichen‘ Wirksamkeit zu tun. Die liegt zum einen – auf einer eher materialen Ebene – in ihrer Bio-Chemie. Und zum anderen in ihrer ’spirituellen‘ Kraft – also der seelischen und geistigen Ebene. So berühren und unterstützen sie uns auf verschiedenen Ebenen und helfen uns – auch beim Schreiben – unsere ‚eigentlichen‘ Bedürfnisse wahrzunehmen.

Was ist denn die Essenz?

Jürgen Trott-Tschepe demonstriert die Destillation von Lavendel

Im deutschsprachigen Raum hat sich der Begriff ‚Aromakunde’ etabliert, wobei der Begriff ‚Essenz-Begleitung’ vielleicht passender wäre. Denn in jedem Fall ist die Arbeit mit den Ölen stets eine essentielle Begegnung. Wenn wir ein ätherisches Öl in den Händen halten, hat es bereits eine völlige Metamorphose ihrer pflanzlichen Wirksamkeit durchlebt. Die Pflanze hat ihren botanischen Körper durch die Wasserdampf-Destillation komplett zurückgelassen, um ihr Wesen – lateinisch ‚essentia’ – zu geben. Ihre Essenz ist eine höchst flüchtige Zusammensetzung, die häufig auch als Seele der Pflanze bezeichnet wird.

„In der Aromakunde betrachten wir ein ätherisches Öl als dialoganregenden Vermittler – als schöpferischen Impulsgeber. Wir betrachten den Menschen als kreativen Gestalter seines eigenen Lebensweges.“

Die Wirkung ätherischer Öle ist daher eine ganz andere als die Wirkung der Pflanzen selbst, in ihrer Intensität und Breite der Wirkung: Die mögliche Resonanz von Körper, Geist und Seele eines Menschen auf ein ätherisches Öl ist weitaus umfassender. Daraus ziehen wir in der Aromakunde den Rückschluss, dass auch die wesentlichen ‚Botschaften‘ der Pflanze erst durch die Destillation frei werden. Botschaften, die  auch im Schreib-Prozess wirksam werden.

Düfte und Wirksamkeit ätherischer Öle

Auch die feinen Düfte der Flaschengeister und damit verbundene Empfindungen sind natürlich ebenfalls von grundlegender Bedeutung und buchstäblich ‚unvergesslich‘. Die Duft-Empfindungs-Reaktion scheint tief im Inneren des Menschen abzulaufen, nicht immer sind wir uns ihrer bewusst. Daher spielt es keine Rolle, ob wir gut, nur zeitweise oder überhaupt nicht ‚riechen‘ können. Wir nehmen einen Duft bewusst oder unterschwellig wahr, ob wir wach sind oder schlafen.

„Den seinen gibt’s der Herr im Schlaf“, heißt es schon in der Bibel (Psalm 127,2). Im Rahmen einer Öl-Begleitung kann uns tatsächlich über Nacht eine wesentliche Erkenntnis ereilen. Oder wir bekommen JETZT den nötigen Startimpuls, um neuen Lebensmut zu fassen. Oder es entzündet sich plötzlich und unerwartet ein Funke der Lebensfreude.

Die wohlwollenden Flaschengeister sind daher ideale Impulsgeberinnen für das kreative und intuitive Schreiben. Sie unterstützen uns in einem ganzheitlichen, kreativen Prozess, erinnern uns an unsere Gaben zur Lebensmeisterung und ursprüngliche Lebensziele.

„Und auch wir dürfen im Sinne einer Metamorphose werden, was wir ‚eigentlich‘ sind.“

Jürgen Trott-Tschepe, der Erfinder der ‚Lebendigen Aromakunde‘ versteht sie als einen stetigen Forschungsprozess, der sich an der Wirkung auf die gesamte Persönlichkeit eines Menschen orientiert: in einem komplexen Zusammenspiel physiologischer, emotionaler, psychischer, mentaler, biographischer, sozialer, religiöser, klimatischer und anderer Faktoren.

Ätherische Öle aktivieren die Energien, die unser vielmals brachliegendes Potential mobilisieren. Was geschieht, ist ein heilsamer Prozess, den wir für eine gesunde, ganzheitliche Entwicklung unserer Persönlichkeit und unseres Menschseins brauchen. Im Hier und Jetzt.

Quelle Institut Lebendige Aromakunde 

Bildunterschrift: Jürgen Trott-Tschepe demonstriert die Destillation von Lavendel

Fotos: Elenathewise / Adobe Stock / G. Rejschek-Wehmeyer