Achtsames Schreiben,  Stille + Advent

Die Zeit mit mir

Die Zeit ‚zwischen den Jahren‘ ist eine besondere. Es ist die geheimnisvolle Zeit der Rauhnächte, der 12 Nächte, denen, einem europäischen Brauchtum zufolge, eine besondere Bedeutung zugemessen wird. In den meisten Regionen beginnt diese ‚Zwischenzeit‘ in der Nacht auf den 25. Dezember und endet am 6. Januar, dem Fest der ‚Heiligen drei Könige“. Zu ihrer Tradition zählen Rituale, mit denen wir uns auf das neue Jahr vorbereiten können und die uns helfen, Altes loszulassen. Es gibt jede Menge Anleitungen dazu. Manchmal kommt die Inspiration in dieser magischen Zeit offensichtlich auch ‚wie von selbst‘. Wenn wir uns Zeit für uns allein nehmen, absichtslos und völlig unangestrengt. Zum Beispiel bei einem Weihnachtsspaziergang.

„Gestern ist beim Spaziergang die Idee zu einem Text entstanden. Auf dem Weg nach Hause habe ich die ersten Zeilen immer wiederholt, um sie nicht zu vergessen“, schreibt Anna R. „Kaum zu Hause angekommen, schrieb ich den Text noch in Jacke und Mütze stehend, schnell auf ein Stück Papier und der Rest kam nur so raus“, verrät sie uns und stellt uns ihre Poesie zu Verfügung.

Die Zeit mit mir

Die Zeit mit mir
Ich bleibe hier
Ich werd‘ kein Trübsal blasen.

Als ein Geschenk kommt sie daher
Ich will sie sinnvoll nutzen.

Kommt Trauer auf
Ich höre hin
Und lass sie wieder ziehen.

In meinem Herzen weiß ich wohl
Es wird mir nie gelingen.

Ich will nicht mehr!
Ich lasse los!
Ich werde nichts erzwingen!

Ich bin nun hier
Und sie sind dort.

Es hat wohl niemand kommen sehen
Und doch ist es passiert.

Die Zeit heilt alle Wunden,
heißt es doch.
Die Hoffnung werd‘ ich immer haben.

In Frieden und mit mir im Reinen
erwarte ich sie dann zurück.

Denn Ich bin Ich
und werd‘ es bleiben
mit Liebe und viel Mitgefühl.

Text: Anna R.  

 

Foto: Bits and Splits / Adobe

 

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