Textimprovisationen

Neue Wege gehen

Endlich neue Wege gehen! Sich ausprobieren und Neues wagen. Das hatte sich die Kursteilnehmerin, die hier ihre Erfahrung teilt, gewünscht – und kaum zu träumen gewagt. Und dann entdeckte sie einen ungeahnten Freiraum: das leere Blatt Papier, das sie beschreiben durfte – frei von allen Vorgaben. Ihre besondere Entdeckung war ein völlig neues Gefühl. „Ein Gefühl, das mich endlich ICH sein lässt“, schreibt sie selbst:

„Ich kann neue Wege gehen, mich ausprobieren, ausbrechen und wieder in die Räume gehen, die mir Ruhe geben, mich aufnehmen, die mit mir sprechen, statt mich abzustoßen. Ich habe gerade meinen Abschluss gemacht und kann mich jetzt in Ruhe auf mich und meine Liebsten konzentrieren. Endlich kann ich auch die neue Wohnung genießen und die Einrichtung in Angriff nehmen. Es war nicht leicht, diesen Weg zu gehen. Ich habe mir viel Zeit gelassen und Ängsten und Unsicherheiten Macht über mich gegeben. Viel einfacher wäre es für mich, wenn ich von Anfang an von dem Gefühl gewusst hätte, das mich endlich ICH sein lässt und mir Ruhe schenkt. Viel früher hätte ich mir dieses Gefühl holen können.
Jetzt stehe ich hier mit einem Uni-Abschluss in der Tasche, die erste in der Familie. Mit den Menschen in meinem Umfeld läuft es besser, wir haben uns auf unsere neuen Seiten eingelassen, haben Erkenntnisse geteilt und gewonnen.

Endlich kann ich meine Familie häufiger sehen, vielleicht kann ich auch die Unordnung um mich herum beseitigen und mir in Ruhe Gedanken machen, welchen Weg ich in Zukunft gehen möchte. So lange glaubte ich, dass ich nicht das machen kann, was ich möchte. So lange war ich damit beschäftigt, andere zu bewundern. Wie viel Zeit habe ich allein damit verbracht, mir selbst alles auszureden.

Ich kann neue Wege gehen, mich ausprobieren, ausbrechen und wieder in die Räume gehen, die mir Ruhe geben, mich aufnehmen, die mit mir sprechen, statt mich abzustoßen.
Ich möchte nicht die sein, für die ich mich gehalten habe, ich möchte die sein, die ich immer war, nur frei von Ängsten, Zweifeln, Unsicherheiten, stattdessen umgeben von Freude, Ruhe, Spaß, Liebe und Menschen, die zu mir gehören, die in diesen Räumen ebenso anzutreffen sind, ganz gleich, wie sehr ich früher das Gegenteil glaubte.“

Textimprovisation, geschrieben mit dem Eukalyptus, Autorin bleibt ungenannt

Foto: Pixabay

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