Tischlein, deck dich!

Satt und selig – mit Kardamom:

Einen Goldesel zu besitzen, der aller finanziellen Not ein Ende bereitet, klingt verlockend. Und ein Knüppel aus dem Sack, der uns verteidigt, ist sicherlich nicht zu verachten. Aber das „Tischlein, deck dich“, das augenblicklich feinste Leckereien serviert, das hat was, oder? Es ist eine schöne Metapher für das Wesen des Kardamoms, der sagt: „Überall ist der Tisch so gedeckt, wie du es brauchst.“ Das ätherische Öl beseelt durch die Gewissheit, hier auf Erden richtig zu sein.

Im Märchen der Gebrüder Grimm ziehen drei Brüder in die Welt und erlernen ihr Handwerk. Vom Vater vor die Tür gesetzt, der sich von der meckernden Ziege hat täuschen lassen, nehmen sie ihr Schicksal in die Hand. Jeder geht seinen Weg, findet seine Berufung und erhält am Ende den Lohn für seine Arbeit, um anschließend zum Vater zurückzukehren.

Warum der Kardamom zum Märchen passt?

Wie jedes Märchen, lässt ‚Tischlein, deck dich‘ viel Raum zur Interpretation. Seinen Platz im Leben zu finden und ‚richtig‘ zu sein, auch im Sinne von aufrichtig, ist sicherlich ein wesentlicher Aspekt. Und so passt es aus meiner Sicht wunderbar zum Wesen des Kardamoms. Er schenkt uns das Vertrauen, dass für uns gesorgt ist, wohin wir auch gehen. Das Tischchen deckt sich von selbst – will allerdings aufgefordert werden. Es braucht also einen Call to Action – die bewusste Erinnerung und Vertrauen, dass sich dieses Wunder auch wirklich vollzieht. Der Kardamom erinnert uns, dass wir daran glauben dürfen, auf der Erde willkommen zu sein und eingeladen, unsere Talente zu entfalten.

Die drei Brüder tun es. Sie erlernen ein Handwerk, das ihnen entspricht. Sie nehmen ihr Leben in die Hand und übernehmen Verantwortung. Die nimmersatte Ziege, die ohne Rücksicht auf Verluste ihr Ding durchzieht, ist am Ende heimatlos. Sie symbolisiert die Täuschung und Selbst-Täuschung. Die Helden hingegen verbinden und versöhnen sich mit ihrem Schicksal und lernen erneut, einander zu vertrauen. Sie kehren zurück zu ihren Wurzeln, zum Vater, der sie der Lüge bezichtigt hatte.

Liebevoll eingeladen von Mutter Erde

Die Mutter tritt im Märchen nicht in Erscheinung. Sie entdecke ich jedoch im botanischen Namen des Kardamoms (Elettaria cardamomum), in der Silbe ‚mom‘. Mom oder Mum sind die englische (amerikanische) Kurzform für Mutter. Im Zusammenhang mit der Botschaft des ätherischen Öls steht sie für Mutter Erde, als Gastgeberin, die uns liebevoll ihren Lebensraum bietet – bei angemessenem Auftreten, versteht sich.

Nicht immer gefallen uns die Bedingungen, die wir antreffen. Wir haben jedoch zu jeder Zeit die Chance, uns mit den irdischen Gegebenheiten zu versöhnen. Ob wir nun hadern oder rebellieren, besonders vielleicht in der Pubertät, wenn wir reifen wollen, gehört dazu die Erkenntnis: „Wenn ich mit diesen Talenten und unter diesen Bedingungen geboren wurde, bin ich so, wie ich bin, richtig. So hilft uns der Kardamom auch, uns mit unserem Körper zu versöhnen. Er lehrt uns Geduld, wenn dieser nicht so funktioniert, wie er soll. Ihn zu würdigen, ist Teil der Übung.

Reifeprüfung in Zuversicht

Kritische Stationen gehören zu unserer Reifeprüfung. Insgesamt hat dieses Grimm’sche Märchen eine gewisse Leichtigkeit, die Atmosphäre bleibt zuversichtlich. Zuversicht ist ein wichtiger Kardamom-Aspekt, auch als Impuls für das Schreiben. Bereits beim ersten Schnuppern lässt uns der Duft tief durchatmen. Dann kann es losgehen! Und wie unsere ‚Brüder‘ kommen auch wir irgendwann zu Hause an.

„Dein Leib wird aus Seelengewebe gewoben und mit der Milch von Mutter Erde genährt. Diese Nahrung ist höchste Erdenkraft, die durch deinen Leib strömt. Als Gast kannst du sie erhöhen oder erniedrigen. Wählst du recht, dient dir dein Leib mit ganzem Vergnügen.“ (Jürgen Trott-Tschepe)

Das kann der Kardamom für dich tun:

körperlich: Er entspannt den Solarplexus und die Atemwege; hemmt ein permanentes Hungergefühl, trotz ständigem Essen. Wenn wir im Ziegenmodus sind: „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt. Wovon sollt‘ ich satt sein?“

seelisch: Du fühlst dich angenommen und angekommen im Vertrauen und der Gewissheit, auf der Erde willkommen zu sein – überall.

geistig: Unterstützung bei der Versöhnung mit dem Erdenleben, um in ein gutes Einvernehmen mit allen anderen Wesen zu gelangen: genährt durch die liebevolle Energie von Mutter Erde.

Wenn du deine eigenen Kardamom-Erfahrungen machen möchtest, dann schnuppere doch einmal rein: Vertrauen stärken: Workshop am 24. April oder 8. Mai. 

 

Fotos: annapustynnikova / Madeleine Steinbach / Adobe Stock 

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