Yoga im Kloster

„Also mach die Leinen los. Segle hinaus aus dem sicheren Hafen.
Fange die Passatwinde in deinen Segeln ein. Erforsche. Träume. Entdecke.“

Das Zitat von Mark Twain habe ich auf der Homepage von Barbara Münzer entdeckt: YogaPraxisMitte. Seit einigen Jahren gönne ich mir regelmäßige Auszeiten und kreative Pausen in der Abtei Varensell, um an einem ihrer wohltuenden Yoga-Seminare teilzunehmen.

Barbara ist unter anderem eine Kollegin, seit 1992 freie Journalistin für die Tages- und Fachpresse. Nach vielen Jahren intensiver Yoga-Ausbildung, u. a. in den USA (Portland, Oregon) arbeitet sie heute als Yogalehrerin (BDY/EYU), Psychologische Beraterin/Personal Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Mit ihr teile ich immer wieder gern die Erfahrung, dass Achtsamkeit nicht einfach eine Übung ist, sondern eine Quelle für Lebensfreude und Kreativität. Und dass das Kloster zu den ganz besonderen Orten gehört, an dem wir diese Ressource erneuern können. Die Abtei Varensell ist einer meiner Lieblingsorte ‚für die Entdeckung der Achtsamkeit‘ – auch zum Schreiben.

In dem freundlichen Gästehaus, liebevoll versorgt von den ‚Gastschwestern‘ der Benediktinerinnen, hat das Wort eine besondere Bedeutung. Es wirkt in der Stille. Mühelos findet es den Weg auf das Papier, wenn wir fernab vom Trubel innehalten und in uns hineinhören und fühlen.

Schreiben und die Entdeckung der Achtsamkeit

Schreiben als Achtsamkeitsübung ist ein Teil meiner schreibselig-Philosophie. Es braucht nicht mehr als den Stift und das Papier, um bei uns anzukommen. Für mich bleibt es ein Erlebnis, ein unbeschriebenes Blatt mit Leben zu füllen, die Wörter fließen zu lassen. Absichtslos. Es geht nicht darum, Text zu produzieren, Vorzeigbares abzuliefern, fehlerfrei und im perfekten Schriftdeutsch zu schreiben.

Wir sind frei. Dürfen Leinen loslassen, hinaus segeln, den Wind einfangen, erforschen, träumen und – uns entdecken. In der Tat: Und wenn wir auch nicht wissen, wohin es uns führt. So ist das geschriebene Wort stets ein Anker, der uns mit dem Hier und Jetzt verbindet. Das uns Flügel verleiht, während wir sicher seien dürfen, die Bodenhaftung nicht zu verlieren.

Mehr über die Abteil Varensell lesen Sie hier.

Foto: Olga Gorodetski 

2 Antworten auf „Yoga im Kloster“

  1. Wirklich berührend geschrieben. Ich kann nur zustimmen: Wenn wir einfach drauflos schreiben, kommt hervor, was uns im tiefsten Inneren bewegt. Ganz ehrlich und ungekünstelt. Diese Erfahrung hat mich immer wieder positiv überrascht. Gleichzeitig war sie für mich sehr befreiend. Denn nach den schreibselig-Workshops hatte ich jedes Mal das Gefühl, wieder bei mir selbst angekommen zu sein.

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