Ein Halleluja für Himmelsdüfte

Fünf kostbare Bibeldüfte

Weihrauch und Myrrhe sind ungewöhnliche Geschenke zur Geburt eines Kindes. Im Altertum waren Räucherwerk und Öle für heilsame Salbungen jedoch wertvolle Gaben der Natur, die nur wohlhabenden Menschen vorbehalten waren. Als Zeichen ihrer Wertschätzung beschenkten die drei Weisen aus dem Morgenland das Jesus-Kind daher nur vom Feinsten.

“Sie gingen in das Haus hinein und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar“. (Matthäus 2:11).

Auch wenn wir nicht bibelfest sind, kennen wir alle die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland, die dem Jesuskind zur Geburt Gold, Weihrauch und Myrre brachten. Neben ihnen zählen der Zimt, das Sandelholz und die Narde zu den sogenannten Bibelölen. Ihre erdenden, entspannenden und immunschützenden Eigenschaften wurden hoch geschätzt, lange bevor sie in der Aromatherapie und Aromakunde wieder entdeckt wurden.

Fünfmal duftende Tiefsinnigkeit:

Wenn wir mit Düften schreiben, schnuppern wir lediglich an der Flasche und lassen das ätherische Öl über unsere Riechorgane wirken. Die Duftmoleküle gelangen direkt in unser limbisches System, die Gefühlsregion unseres Gehirns. Wir nutzen die Botschaften der Düfte als Impulsgeberinnen, mit deren Hilfe wir unseren Intellekt buchstäblich überspringen können. So verbinden wir uns mit unserer Intuition, lassen unsere Schöpferkraft fließen und erkennen unser eigenes eigentliches Wesen.

Weihrauch – der Ewigkeit lauschen

Boswellia carteri 

Der Weihrauch lädt uns ein zur Stille und Meditation. Er vermag unseren Horizont zu erweitern, regt uns zur geistigen Transparenz an und weitet den Blick nach innen. Bis heute gilt er als das religiöseste Räucherwerk, abgleitet vom Althochdeutschen wîhrouch (heiliges Räucherwerk) und wîhen (weihen). Sein Destillat wird aus dem Harz des Weihrauchbaumes gewonnen, der zur Familie der Balsamgewächse gehört. Auch die Weisen unserer Zeit betonen, dass er alte Wunden und Narben heilen kann, vor allem seelische. Beim Schreiben stärkt sein Duft das Hinhören-Wollen und Erkennen-Können.

„Mit Weihrauch erkennt und begreift sich die Seele als Bindeglied zwischen den Welten.“ (Jürgen Trott-Tschepe)

Myrrhe – die liebevolle Vergebung

Commiphora myrrha

Die Myrrhe entspricht im archetypischen Sinne der Vergebung. Sie ermutigt uns, tiefe Verletzungen anzuschauen, um liebevoll zu vergeben und Frieden zu schließen. Ihr verbindendes Element unterstützt uns dabei, uns als Teil des Ganzen zu verstehen. So ebnet sie Wege zum Miteinander. Auch sie wird durch die Destillation der Baumharze gewonnen. Sowohl Weihrauch als auch Myrrhe sollen übrigens gegen Elektrosmog helfen, was vermutlich an der hohen elektronischen Schwingung dieser Öle liegt, die in Megahertz (MHz) messbar ist.

„Liebevoll schenkt sie uns ihren Duft, dringt unbemerkt in unsere gestressten Gehirne ein und beruhigt angespannte Nerven.“ (Katja Lüttgert)

Zimtrinde – liebevoll eingehüllt

Cinnamonum ceylanicum

Im Vergleich zu dem ätherischen Öl aus den Zimtblättern ist die seltene Zimtrinde weitaus kostbarer und teurer. Sie besitzt die wohltuende Eigenschaft, uns wie ein wärmendes Mäntelchen einzuhüllen und stärkt unsere innere Mitte. So schafft sie ein Gefühl des Geborgen-Seins und trägt uns in Momenten der Einsamkeit. Schreibend hilft sie uns, beim Thema zu bleiben, und im Einklang mit ihr entdecken wir unsere Schöpferkraft. Wie der Name schon sagt, wird das ätherische Öl aus der Rinde des Baumes gewonnen.

Sandelholz – sich in tiefer Ruhe verbindend

Santalum album

Das samtige Sandelholz-Öl beruhigt den Geist und hilft, aus der Alltagshetze auszusteigen und in einen Raum meditativer Ruhe einzutauchen. Liebenden öffnet es eine Tür für eine innige, spirituelle Verbindung. Aromakunde-Expertin Katja Lüttgert nennt das Sandelholz den ‚perfekten Vater‘, der seine männliche Kraft liebevoll einbringt und einen Ausgleich zur weiblichen Energie schafft. Der angenehme, tiefsinnige Duft verbindet sich wunderbar mit blumigen Düften wie Jasmin. Ein Sandelholz-Baum ist erst im Alter von 50 Jahren reif, um gefällt zu werden, was den hohen Preis des Destillats vom Kern-Holz erklärt. Was es beim Schreiben bewirken kann, sagt ein Zitat von Jürgen Trott-Tschepe sehr schön:

„An diesem Ort ist gut Sein. Sein ist dieser Ort und gewiss hält er sein Wort, nie mehr bin ich allein.“ (Jürgen Trott-Tschepe)

Narde – endlich Frieden finden

Nardostachys jatamansi

„Von keinem Duft habe ich mich je so getragen gefühlt, durch dunkle Momente oder in durchwachten Nächten“, schrieb eine Workshop-Teilnehmerin vor einer Weile. Das kann ich gern bestätigen. Die Narde schafft Momente des Friedens, wenn dunkle Wolken – auch aus der Vergangenheit – aufziehen oder über uns schweben. Narde jatamansi war in der Antike ein Öl, zu dem nur König*innen, Priester und hochstehende Persönlichkeiten Zugang hatten. Das sehr selten gewordene Dampfdestillat der Wurzeln war bereits zu biblischen Zeiten extrem hochpreisig.

„Als Jesus in Betanien im Haus Simons des Aussätzigen bei Tisch war, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echtem, kostbarem Nardenöl, zerbrach es und goß das Öl über sein Haar“. (Markus 14:3)

Allen, die sich mit den seelisch-geistigen Aspekten der Öle beschäftigen möchten, empfehle ich das Buch Lebens-Essenzen von Jürgen Trott-Teschepe. Infos über die Wirksamkeit von ätherischen Ölen findet ihr auf der Seite von Katja Lüttgert, Senti!

Quellen: Lebens-Essenzen (Jürgen Trott-Tschepe), Wohlgerüche (Katja Heinen), Bibelöle (Karin Opitz-Kreher, Johannes Huber)

Fotos: Ute Adam, Gaby Schaadt, Miss X / photocase.de